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Ctenodusa bronni
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Roger

19.10.2017, 16:36




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Am Puls der Forschung: nochmals Rosenfeldia
Am Puls der Forschung: nochmals Rosenfeldia

            

Am Puls der Forschung: nochmals Rosenfeldia
Beschreibung: Am Puls der Forschung: nochmals Rosenfeldia

Nachdem der seltene Breitschildkrebs Rosenfeldia oppeli fast 150 Jahren lang nur in einem einzigen, unvollständigen Exemplar bekannt war, tauchten nun in kurzer Folge zwei neue Exemplare auf, die zwar beide nicht optimal erhalten waren, von denen eines aber erstmals auch noch Reste des Kopfbrustpanzers aufwies – darüber wurde bereits berichtet (FOSSILIEN 2004/2, 2004/6, 2005/4). Wir konnten nicht ahnen, dass schon kurz darauf ein weiteres Exemplar auftauchen würde, das sogar als das vollständigste der nunmehr vier Stücke angesehen werden muss. Es stammt diesmal aus den „klassischen“ Solnhofener Plattenkalken von Langenaltheim und liegt in Druck und Gegendruck vor. Erneut handelt es sich – wie übrigens bei den meisten Plattenkalk-Krebsen – um ein Häutungshemd. Allerdings ist glücklicherweise die Substanz fast vollständig auf einer Platte vereinigt, wogegen das Gegenstück im Wesentlichen nur einen Abdruck aufweist. Aufgrund einiger planktonischer Schwebcrinoiden der Gattung Saccocoma auf beiden Seiten der Platte, die mehrheitlich mit ihrer Kelchbasis nach unten eingebettet sind, lässt sich die Platte mit dem Krebspanzer noch nachträglich in Fundsituation orientieren. Demnach befindet sich der Krebs auf der Bauchseite liegend auf einer Schichtunterfläche. Während sich die Beine auf der Schichtfläche befinden, ragen Teile des Hinterleibs und ein Teil des Schwanzfächers in die Platte hinein. Das Häutungshemd lag demnach nicht völlig eben auf dem Meeresboden, sondern ragte seitlich etwas auf. Die kurzen, vorderen Scheren und die abgerundeten, außen fein gesägten Elemente des Schwanzfächers lassen an der Bestimmung keinen Zweifel zu. Ein gerundeter Schwanzschild (Telson) ist bei den süddeutschen Oberjura-Eryoniden nur in der Gattung Rosenfeldia entwickelt. Der Kopfbrustpanzer ist zwar etwas verdriftet und teilweise umgeschlagen, aber im Gegensatz zum sonst sehr ähnlich erhaltenen Holotypus der Art noch vorhanden und partiell von der Unterseite zu sehen. Sein Rand ist fein und weitständig bedornt und weist keine tiefen seitlichen Einschnitte auf, wobei ursprünglich alle Beinpaare nahezu vollständig unter dem Panzer zu liegen kamen. Einige Beine der rechten Körperhälfte sind auf die andere Körperseite umgeschlagen und daher nicht deutlich zu erkennen. Wie bei den früheren Exemplaren besitzt das hinterste und kürzeste Beinpaar – beide Extremitäten dieses Paars liegen nun auf der vom Betrachter gesehen rechten Seite – keine Scheren, sondern nur einen kurzen Dorn als letztes Glied. Die Stücke dürften daher entweder alle männlichen Geschlechts gewesen sein, oder es kommt bei Rosenfeldia kein Geschlechtsunterschied in diesem Merkmal vor. Bei den heutigen Eryoniden, die nur noch in der Tiefsee vorkommen, äußert sich hierin in der Regel nämlich ein Geschlechtsunterschied; nur weibliche Individuen tragen Scheren am fünften Beinpaar. Sämtliche Hinterleibssegmente und deren seitliche Anhänge (Pleuren) sind recht gut erhalten. Während die beiden vorderen Pleuren spitz zulaufen, sind die hinteren eher abgestumpft. Die neu entdeckten Stücke von Rosenfeldia oppeli erlauben nun endlich eine genauere Rekonstruktion der Körpergestalt.
Obwohl schon seit Jahrhunderten in den Solnhofener Plattenkalken nach Fossilien gesammelt wird, kann man dort sogar heute noch gänzlich unbekannte Arten finden. Hierauf deuten zwei kürzlich entdeckte Jugendexemplare eines Eryoniden, die zwei Reihen mit dicken Knoten auf dem hinteren Abschnitt des Panzers tragen und eigentümlicherweise bedornte Scheren aufweisen. Dazu aber ein andermal.
G. Schweigert & R. Frattigiani
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Datum: 10.11.2005 18:34
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Hinzugefügt von: Roger

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