Erweiterte Suche
Registrierte Benutzer
Benutzername:

Passwort:

Beim nächsten Besuch automatisch anmelden?

» Password vergessen
» Registrierung
Zufallsbild

Glyphea  n.sp typ b
Glyphea n.sp typ b
Kommentare: 0
Roger

25.03.2017, 16:30




Vorheriges Bild:
Palaeastacus fuciformis - Titelbild  
 Nächstes Bild:
Mecochirus longimanatus - Bericht

Rosenfeldia oppeli - Bericht!
Rosenfeldia oppeli - Bericht!

            

Rosenfeldia oppeli - Bericht!
Beschreibung: Erschienen in der Ausgabe Heft 4 Juli/August 2005
Zeitschrift für Hobbypaläontologen

Heureka – die Rosenfeldia ist da!

Vor fast 150 Jahren fand man im Solnhofener Plattenkalk einen recht eigentümlichen Breitschildkrebs, der zusammen mit dem ersten Exemplar des Urvogels Archaeopteryx an das Britische Museum nach London verkauft wurde. Der britische Paläontologe Henry WOODWARD beschrieb das Unikat unverzüglich und benannte es zu Ehren des deutschen Paläontologen Albert OPPEL, der sich ausführlich mit den Krebsen der Jurazeit befasst hatte, als Eryon oppeli. Als einer von uns (G.S.) das kostbare Originalstück vor etlichen Jahren vom British Natural History Museum in London auslieh, wurde überraschenderweise klar, dass diese Art zur Gattung Rosenfeldia gehören musste, die man bis dahin nur aus der Triaszeit kannte. Das Stück wurde in FOSSILIEN 2004/2 mit der kleinen Hoffnung vorgestellt, weitere und vor allem vollständigere Stücke dieser Art aufzuspüren. Schon kurz darauf konnte ein erster Sucherfolg vermeldet werden (FOSSILIEN 2004/6). Dem zweiten Exemplar fehlte jedoch ebenso wie dem Holotypus der Rückenpanzer. Von der triaszeitlichen Art Rosenfeldia triasica existieren mehrere leidlich gut erhaltene Stücke, die den italienischen Autoren Anlass zu einer höchst merkwürdigen Rekonstruktion gegeben hatten. Danach hätte dieser Krebs einen ganz außergewöhnlich breiten Rückenschild gehabt. Wir vermuteten allerdings bereits, dass diese Rekonstruktion nicht ganz korrekt sein könnte. Im Solnhofener oder auch im Nusplinger Plattenkalk zeigen Häutungshemden der entfernt verwandten Gattung Cycleryon nämlich manchmal auch einen vermeintlich sehr breiten Rückenschild, indem dieser in der Mitte von hinten nach vorne aufgerissen ist und dadurch weit auseinanderklafft. Kürzlich konnte einer von uns (R.F.) einen recht seltsam anmutenden Krebs aus dem Solnhofener Plattenkalk erwerben, auf den wir uns anfangs überhaupt keinen Reim machen konnten. Dieser entpuppte sich jetzt bei genauerer Untersuchung als eine Rosenfeldia oppeli, eindeutig identifizierbar am fein bestachelten Schwanzfächer mit einem breiten, abgerundeten Telson (Schwanz). Dieses dritte Exemplar seiner Art zeigt uns endlich den gesuchten Rückenpanzer, allerdings leider von der Bauchseite. Wie vermutet, ist dieser tatsächlich viel schlanker, eher oval. Der Rückenpanzer ist am Rand wie bei der Triasform fein bedornt. Leider sind Teile der Körpersubstanz auf der Gegenplatte verblieben, die nicht mehr vorhanden ist. Druck und Gegendruck von Stücken, die direkt auf Schichtflächen liegen, werden oft separat verkauft, was zwar den Erlös des Verkäufers vermehrt, aber den wissenschaftlichen Wert des Stücks in vielen Fällen einschränkt und die Untersuchung behindert. Die Ansicht des Stückes unter ultraviolettem Licht zeigt dies recht drastisch! Unter dem Vorderrand des Panzers kann man die vorderen Scheren bei genauem Hinsehen noch gut erkennen. Zu Lebzeiten waren alle Beinpaare durch den Panzer vollständig verdeckt. Nur die kurzen Antennen schauten vorn hervor. Damit weist Rosenfeldia oppeli einen ganz anderen Habitus aus als die übrigen oberjurassischen Eryoniden (Coleia, Cycleryon, Eryon, Knebelia, Palaeopentacheles) und dürfte sich hinsichtlich ihrer Lebensweise von diesen deutlich unterschieden haben. Die Gattungen Cycleryon und Eryon besitzen Stielaugen am Vorderrand, die darauf hindeuten, dass sich die Tiere flach in das Substrat eingruben und dort auf Beute lauerten. Bei Rosenfeldia sind die Augen hingegen unter den Panzer zurückgezogen. Rosenfeldia lebte möglicherweise eher auf flachen Hartgründen oder in einer felsigen Küstenzone, was die große Seltenheit erklären könnte. Unerhörtes Sammlerglück, aber auch die gute Kommunikation mittels der Zeitschrift FOSSILIEN haben geholfen, die wissenschaftliche Erkenntnis über dieses interessante „Lebende Fossil“ der Trias-Zeit im Ober-Jura voranzubringen. Jetzt ist es vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, bis auch noch ein perfektes Stück auftaucht. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
G. Schweigert & R. Frattigiani
Schlüsselwörter:  
Datum: 13.07.2005 08:35
Hits: 4873
Downloads: 0
Bewertung: 0.00 (0 Stimme(n))
Dateigröße: 261.8 KB
Hinzugefügt von: Roger

Autor: Kommentar:
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.



Vorheriges Bild:
Palaeastacus fuciformis - Titelbild  
 Nächstes Bild:
Mecochirus longimanatus - Bericht

 

 

 
TriloNet - Offener Fossilienring
TriloNet - Offener Fossilienring
[ Join Now | Ring Hub | Random | << Prev | Next >> ]


© 2001-2004 WebRing Inc. - Help - Browse WebRing

Powered by 4images 1.7.7   Copyright © 2002 4homepages.de
Template © 2002 www.vierstra.com
Angepasst von Internetservice Tippner